StudioDan Abo YOU BETTER LISTEN! | 2026 — 27 im „Das Muth“
https://muth.at/abo/you-better-listen-2026-27/
TERMINE
17.9.2026 | 19:30 THE SAILMAKER’S WIFE
12.11.2026 |19:30 Uhr ISABELLA FORCINITI & MATTHIAS MUCHE
25.2.2027 | 19:30 Uhr | LISTENING TO LAURIE
1.6.2027 | 19:30 Uhr | STUDIO DAN PLAYS MYRA MELFORD
DETAILS:
THE SAILMAKER’S WIFE
17.9.2026 | 19:30 | Das Muth
Oper von Kristin Norderval in Zusammenarbeit mit den Musiktheatertage Wien
https://studiodan.at/termine/the-sailmakers-wife/
„The Sailmaker’s Wife“ der norwegisch-amerikanischen Komponistin und Stimmkünstlerin Kristin Norderval ist eine zeitgenössische Neuerzählung des japanischen Volksmärchens Tsuru no Ongaeshi (Der Kranich erwidert eine Wohltat). Sie erzählt von der Güte eines armen Mannes gegenüber einem verletzten Kranich, der ihm in menschlicher Gestalt zurückkehrt. Aus Dankbarkeit webt sie einen Stoff, der ihm Reichtum bringt – auf Kosten ihres eigenen Wohlergehens. Mit dem Reichtum jedoch kommen Gier und Macht, und die Geschichte nimmt ihren verhängnisvollen Lauf.
The Sailmaker’s Wife ist eine hybride Opern-Theater-Parabel, in der das Kammerorchester als gleichberechtigter Akteur Teil des dramatischen Geschehens ist. In Anlehnung an Strawinskys Die Geschichte vom Soldaten, entstanden als Reaktion auf die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs, antwortet Nordervals Werk auf die aktuellen Klima- und Wirtschaftskrisen und auf den faustischen Handel: Reichtum um den Preis des Lebens selbst.
Für das Werk entwickelte Kristin Norderval das EVII (Expanded Vocal Improvising Instrument), das die Echtzeit-Aufnahme und -Bearbeitung der Stimme der Kranichfrau ermöglicht. Die Sängerin extrahiert Fragmente ihrer eigenen Stimme und webt sie nach und nach in das musikalische Gewebe ein – bis nichts mehr von ihr übrig bleibt.
ISABELLA FORCINITI & MATTHIAS MUCHE
12.11.2026 | 19:30 Uhr | Das Muth
In Kooperation mit Wien Modern
https://muth.at/programm/isabella-forciniti-matthias-muche-2026-11-12/
Mit der Sound-Künstlerin Isabella Forciniti und dem Posaunisten Matthias Muche holt Studio Dan zwei der derzeit spannendsten Stimmen der europäischen Creative Scene auf die Bühne. Gemeinsam werden die Dynamiken diverser künstlerischer Praktiken, sozialer Systeme und musikalische Konzepte durchdrungen.
Die archaische Wucht der Posaune begegnet der digitalen Vielschichtigkeit des Computers; Solo trifft Klangkörper; feine Verästelungen und laute Bässe…
Im Zentrum dieses Abends steht die musikalische Versuchsanordnung über das Miteinander: Wie reagiert das Ensemble – ein über Jahre fein austariertes, organisch gewachsenes „Biotop“ – auf impulsive Eingriffe von außen? Und umgekehrt: Welche Kraft ziehen die Disruptoren aus dem Kollektiv?
LISTENING TO LAURIE
25.2.2027 | 19:30 Uhr | Das Muth
Anna Anderluh Stimme
https://muth.at/programm/listening-to-laurie-2027-02-25/
Im Jahr 2027 feiert Laurie Anderson ihren 80. Geburtstag – eine Künstlerin, die wie wenige die Grenzen zwischen Technologie, Poesie und kühler Avantgarde aufgelöst hat. Studio Dan widmet dieser Ikone im Februar 2027 keinen nostalgischen Rückblick, sondern eine lebendige Bestandsaufnahme ihres Einflusses.
Das Programm verwebt die minimalistische Präzision Andersons mit den hyperaktiven Klangwelten einer Jennifer Walshe und neuen Stücken aus den eigenen Reihen des Ensembles. Ein Dialog über Generationen hinweg.
Und eine Verneigung vor einer Künstlerin, die das „Dazwischen“ zu ihrer Heimat gemacht hat. Zwischen Kunstlied und Spoken Word, zwischen Lo-Fi und High-Tech, zwischen Storytelling und Soundscape, politischem Wachsein und absurdem Witz.
STUDIO DAN PLAYS MYRA MELFORD
1.6.2027 | 19:30 Uhr | Das Muth
Myra Melford Komposition, Klavier
https://muth.at/programm/studio-dan-plays-myra-melford-2027-06-01/
Myra Melford gehört zu den eigenwilligsten Pianistinnen und Komponistinnen der amerikanischen Gegenwartsmusik – eine Künstlerin, die Musik als Raum der Freiheit und der permanenten Grenzüberschreitung versteht.
Ihr Spiel verbindet die perkussive Direktheit des Free Jazz mit einer harmonischen Tiefenschärfe, die an Debussy oder Monk erinnert – nie als Zitat, immer sich zueigen gemacht. Improvisation ist für sie mehr als eine musikalische Technik, sie ist eine politische Haltung. Ihr Werk ist durchzogen von einem wachen, oft feministisch geprägten Bewusstsein für soziale Dynamiken und historische Brüche. Ob sie sich auf die poetischen Widerstände lateinamerikanischer Literatur bezieht oder in ihren Ensembles explizit Räume für weibliche Stimmen schafft. Und diese sind keine neutralen Klangkörper, sondern bewusst gestaltete Gemeinschaften, in denen weibliche Stimmen, außereuropäische Perspektiven und Klangerfahrungen nicht Exotik sind, sondern strukturell verankerte Selbstverständlichkeit.
Ihr Bezug auf lateinamerikanische Literatur und Poesie ist dabei kein kulturelles Accessoire, sondern Teil eines tief verwurzelten Widerstands gegen das, was im Kulturbetrieb als Norm gilt.
Ein Abend über die politische Kraft der Vielstimmigkeit, die Freiheit des Eigensinns und die notwendige Unruhe in der Musik.
weitere Termine:
Foto Ditz Fejer
